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1999 - "Doping isch e Deyfelskrais"

Phil Kunz 01.01.1999

Sujet: "Doping isch e Deyfelkrais"

Meine erste Fasnacht auf dem Wagen, war eine kalte eisige und verregte Fasnacht. Ich habe mich schon das ganze Jahr darauf gefreut endlich einmal nicht mehr am Cortege laufen zu müssen. Wie es sich für einen richtigen Waggis gehört, baute ich fleissig zusammen mit den anderen 7 Waggis an unserem Wagen. Die ganze Spannung die sich während dem Jahr durch mit Blick auf die bevorstehende Fasnacht aufbaute, wurde durch das absolut miese Wetter am Fasnachtsmontag brutal zerschlagen. Dazu kam, dass ich ca. 40 Grad Fieber und mit Medikamenten vollgepumt, ca. 3 Jacken gehüllt darauf wartete, dass es endlich halb Zwei wurde und der Cortege ins Rollen kam. Unser Sujet im Jahr 1999 war "Doping isch e Deyfelkrais". Unser Wagen war wie jedes Jahr einer der grössten und natürlich einer der schönsten. Der Waggis war ein Teufel, oben rote Bluse, unten schwarze Hosen mit einem gelben Teufelsschwanz. Die Larve war ein wunderschöner Teufelskopf. Auf dem Wagen hatten wir in der Mitte einen brodelnden Berg, aussen waren wunderschön gesprayte Bilder von Teufel, Teufelskreis, Doping, Velofahrende Teufel etc. zu bestaunen. Unser Wagen bekam dieses Jahr ein richtiges Dach, mit einem nigelnagelneuen Kupferkänel; vermutlich einmalig für die Basler Fasnacht und einen Waggiswagen. (Wer kann sich das denn sonst leisten?!). Am Dachkänel hingen Dopingspritzen, gefüllt mit farbiger Dopingflüssigkeit. Während der Fahrt stieg Rauch aus unserem Wagen, angetrieben von einer Rauchmaschine. Wenn die Rauchmaschine nicht gerade die volle Leistung brauchte und die Batterien am Limit liefen, kam ganz ordentlicher Rauch aus dem Wagen.

Als es dann losging, war ich am Anfang etwas überrumpelt von den Eindrücken "wie das so abgeht" auf einem Wagen. Nach jeweils 30 - 45 Minuten voller Action, jeder gab Alles, hielten wir an um uns von den Strapazen mit Mineralwasser wieder zu stärken. Abends gingen wir dann im Restaurant Tell essen. Der Food war für Fasnachtsverhältnisse ok, der Preis, na ja.... Am Mittwoch wurde ich dann mittels einer Prüfung offiziell als Aktiver in die Clique aufgenommen. Die Prüfung hatte ich natürlich bestanden. Der absolute Höhepunkte war "Heino aus Bombay". Ein dunkelhäutiger Mitbürger aus SriLanka, gut gekleidet im Anzug, "bewaffnet" mit einer Gitarre, betrat das Restaurant Tell. Die erstaunten Fasnächtler trauten ihren Augen nicht, als dieser begann, im besten Schwyzerdeutsch, mit einem kleinen Accent, Schweizer-Lieder zu singen. Die Beiz tobte - wir sangen mit und lachten Tränen.

Anschliessend begaben wir uns mit diesem Erlebnis auf die Gasse und besuchten den einen oder anderen Cliquenkeller wo wir noch einen nahmen......